| Do 01.10. | Fr 02.10. | Sa 03.10. | So 04.10. | Mo 05.10. | Di 06.10. | Mi 07.10. |
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Buch: Pawel Pawlikowski, Kamera: Lukasz Zal, Musik: Marcin Masecki
Mit: Hanns Zischler, Sandra Hüller, August Diehl, Devid Striesow, Joachim Meyerhoff u.a.
1949. Eigentlich fühlt sich Thomas Mann in den USA zu Hause, nachdem er 16 Jahre zuvor dorthin ausgewandert ist. Doch für eine Ehrung anlässlich des 200. Geburtstags von Goethe kehrt er noch einmal in seine alte Heimat zurück. Erstes Ziel ist Goethes Geburtsort Frankfurt am Main, anschließend soll es nach Weimar weitergehen. Immer an seiner Seite ist Tochter Erika, Sohn Klaus soll ebenfalls hinzustoßen. Die Reise durch das geteilte Deutschland gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht. So ist ihm vieles fremd geworden, er sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, hinzu kommt der Kampf der Ideologien, der mitten in Deutschland ausgebrochen ist.
Als Thomas Mann sowohl im Westen als auch im Osten den Goethe-Preis, respektive den Goethe-Nationalpreis, entgegennimmt, präsentiert sich Frankfurt amerikanisiert, geschäftig, bemüht, wieder Normalität auszustellen, obwohl ehemalige Nazis längst wieder fester Teil der neuen Ordnung sind. In Weimar dagegen dominieren Uniformen und ein Friedenston, unter dem der alte deutsche Militarismus noch immer spürbar bleibt. Beide Systeme wollen Thomas Mann für sich beanspruchen. Die einen hoffen auf ein Bekenntnis zum kapitalistisch geprägten Liberalismus, die anderen versuchen ihn als humanistischen Vorläufer des Sozialismus zu vereinnahmen.
Inmitten dieser politischen Grabenkämpfe richtet der Film den Blick zudem auf jene deutsche Bürgerlichkeit, die in Thomas Mann ihre vollendete Form findet. Zunehmend sind es aber auch familiäre Konflikte und ein schwerer Schicksalsschlag, welche die Reise überschatten…
„Vaterland“ verdichtet historische Realität und intime Familiengeschichte zu einem 82-minütigen Drama. Hanns Zischler verkörpert Thomas Mann als distanzierte, zugleich verletzliche Autorität. Sandra Hüller gibt Erika Mann als wache Beobachterin und emotionale Gegenkraft. Unvergesslich ist ihre Ohrfeigen-Szene mit Joachim Meyerhoff, der Erikas Ex-Ehemann Gustaf Gründgens spielt.
Cannes 2026: Preis für die Beste Regie
Kurzfilm:
Die Grenze

Animationsfilm, Deutschland 1995
Regie: Franz Winzentsen, 2'23 Min.
Den provisorischen Charakter bedenkend, wurde die Zonengrenze mit Blei-stift in die Karte eingezeichnet. Ein kartographisches Problem entstand erst, als die deutsch-deutsche Grenze ausradiert werden sollte.
