• GB/IRL/USA 2023, 141 Min., engl. OmU+dF*, DCP, FSK: ab 16, Regie: YÓRGOS LÁNTHIMOS
Do 8.2. Fr 9.2. Sa 10.2. So 11.2. Mo 12.2. Di 13.2. Mi 14.2.
  21:30* 18:30 18:30 20:00 20:00* 20:00*

Buch: Tony McNamara, Kamera: Robbie Ryan, Musik: Jerskin Fendrix
Mit: Emma Stone, Mark Ruffalo, Willem Dafoe, Ramy Youssef, Christopher Abbott u.a.

In einem fiktionalisierten viktorianischen England hat Dr. Godwin „God“ Baxter, ein verrückter Wissenschaftler à la Dr. Frankenstein, mit Bella seine jüngste Kreation geschaffen. Obwohl die junge Frau in einem erwachsenen Körper steckt, hat sie die mentale Verfassung und die Motorik eines Kleinkindes. Schritt für Schritt lernt sie, zu gehen, zu essen, bald zu sprechen, während „God“ sie mit solchem Stolz betrachtet, wie ihn nur ein Erfinder auf seine Schöpfung haben kann. Eine herausragende Emma Stone spielt diese Figur mit der nötigen Mischung aus Entschlossenheit und charmanter Naivität. – Weil sie rasant dazulernt, schafft es „God“ bald nicht mehr, seinen Schützling zuhause zu behalten. Bella trifft auf den Tunichtgut Duncan Wedderburn, als dieser die Villa besucht und – wie alle Männer – von Bellas freundlichem Unwissen magisch angetan ist. Der Trinker und Spieler unternimmt mit der Schönheit eine Schiffsreise und erklärt ihr, dass sich keine Frau je einen Mann für immer unter den Nagel reißen könne.
Von gesellschaftlichen Standards unbelastet, ist das Bellas geringste Sorge: Während sie nicht nur die ganze Welt, sondern auch ihre Sexualität im Eiltempo entdeckt, macht die Vorstellung, immer mit dem gleichen Mann durch die Bettlaken zu wühlen, wenig Sinn für sie. Mit schwarzem Humor erzählt der Film Kapitel für Kapitel ihrer Entdeckungsreise, auf der sie der Welt mit gleichbleibend wenig Skrupel, aber zunehmender Intelligenz begegnet. Die Bilder sind inzwischen leuchtend bunt geworden, und Bella lernt laufend neue Dimensionen menschlichen Verhaltens kennen.
Anfangs ist der Film fast nur schwarzweiß, mit der Emanzipation der Hauptfigur wird er vollends farbig. Was zuerst eine Reminiszenz an die alten „Frankenstein“-Filme gewesen sein mag, wird dann zu einem Bildersturm, an dem man sich gar nicht sattsehen kann. Die Romanadaption bürstet „Frankenstein“-Motive feministisch gegen den Strich und reflektiert als skurriler Bildungsroman pointiert-komisch und klug-poetisch über die conditio humana. Zugleich feiert der Film den Mut, sich mit allen Sinnen der Welt und dem Leben zu öffnen.


Kurzfilm:


Myborder Joyfence

Animationsfilm, Großbritannien 2015, Regie: Ainslie Henderson, 2'24 Min.

Vom Puppen bauen und Musik machen.