• GB 2023, 113 Min., engl. OmU+dF*, DCP, FSK: ab 12, Regie: KEN LOACH
Do 1.2. Fr 2.2. Sa 3.2. So 4.2. Mo 5.2. Di 6.2. Mi 7.2.
    18:30 19:00  20:00 20:00* 20:00*

Buch: Paul Laverty, Kamera: Robbie Ryan, Musik: George Fenton
Mit: Dave Turner, Ebla Mari, Col Tai, Claire Rodgerson, Jordan Louis u.a.

Das Klima ist rau im Norden Englands. Nicht nur geografisch betrachtet – auch auf sozialer Ebene. Es ist das Jahr 2016. In einem ehemaligen Bergarbeiterdorf bei Newcastle kommen neue Bewohner an: vor dem Krieg in Syrien geflüchtete Familien, die alles verloren haben – ihre Angehörigen, ihre Heimat, ihre Existenz. Der Ort, der einen Neuanfang versprechen soll, empfängt sie mit Wut statt mit Wärme. Denn auch die Alteingesessenen habe in den letzten Jahren viel verloren: ihre Arbeit, ihre Zukunft, ihre Hoffnung. Die Fremden empfinden sie als Bedrohung, die das Wenige gefährden könnten, was geblieben ist, das bisschen menschliche Vertrautsein im tristen Alltag oder der im Leid vereinte Austausch beim Bier im letzten verbliebenen Pub.
„The Old Oak“ ist als vermutlich letzter Film von Ken Loach optimistisch gestimmt. Wir kennen ihn auch anders. Aber hier beschwört der Film die Kraft der Gemeinschaft: Angetrieben vom Pub-Besitzer und einer jungen Syrerin kommen Briten und Flüchtlinge nach allerlei Konflikten zusammen. Sie richten den heruntergekommenen Festsaal des Pubs wieder her, organisieren Spenden und schaffen einen Ort, der scheinbar Gegensätzliches vereint. Es tut sich kein Ausweg auf, aber das Zusammenleben wird einfacher.
Der 87-jährige Ken Loach wollte sich schon vor zehn Jahren in den Ruhe-stand begeben, hatte aber noch viel zu sagen. Sein Verständnis für die Arbeiterklasse und deren Nöte ist ungebrochen, die Kernaussage ist weiter kämpferisch. Auch wenn der Magengrubenschlag-Realismus vergangener Werke hier fehlt – die Botschaft von Ken Loach sitzt. (BR, Bettina Dunkel)


Kurzfilm:


Myborder Joyfence

Animationsfilm, Deutschland 2020
Regie: Ferdinand Ehrhardt, Elisabeth Weinberger, Farbe und S/W 6'22 Min.

Eine Jugendliche wird mit einer frischen rechtsextremistischen Schmiererei in der S-Bahn und einer von ihr zuvor verdrängten Fratze ihrer sächsischen Heimat konfrontiert.