DIE MIGRANTIGEN

A 2017, 98 Min., DCP, FSK: ab 12, Regie: ARMAN T. RIAHI, Buch: Arman T. Riahi, Aleksandar Petrovic u. Faris Rahoma, Kamera: Mario Minichmayr, Musik: Karwan Marouf
Mit: Faris E. Rahoma, Aleksandar Petrovic, Doris Schretzmayer, Josef Hader

DO 5.10. FR 6.10. SA 7.10. SO 8.10. MO 9.10. DI 10.10. MI 11.10.
20:00 19:00 21:00 18:00 -- -- --

Die Migrantigen“, das Regiedebüt von Arman T. Riahis, legt bei aller Lockerheit und allem Charme, die den Film mit seinen skurrilen Figuren auszeichnen, den Finger auf die vielfältigen Wunden, die die Debatten der vergangenen Jahre und das Erstarken von populistischen Bewegungen verursacht haben. Dabei können Riahi und seine beiden Hauptdarsteller auf vielfältige eigene Erfahrungen zurückgreifen. Wie die von ihnen ersonnenen Figuren haben auch sie – wie vermutlich zwei Drittel aller Wiener – einen „Migrationshintergrund“. Die beiden Wiener Marko und Benny sind vollständig integriert. Als die beiden aufgrund ihres Aussehens von der ambitionierten TV-Redakteurin Marlene Weizenhuber, die nach Protagonisten für ihre TV-Dokuserie sucht, angesprochen werden, geben sie sich als kleinkriminelle und abgebrühte Migranten aus, die es faustdick hinter den Ohren haben. Damit ihre Lüge nicht auffliegt, basteln sie sich eine zweite Identität, die den gängigen Klischees und Vorurteilen entspricht.

Die Migrantigen“ hält den eigenen Vorurteilen gekonnt den Spiegel vor, hinterfragt die Rolle der sensationsgierigen Presse ebenso wie die Haltung der linksliberalen Spießer. Einen solchen stellt Josef Hader dar. Bisweilen hat man allerdings den Eindruck, dass die Kritik an den bestehenden Verhältnissen zugunsten des Unterhaltungswertes zurückgestutzt wurde. Dennoch ist der Film eine gelungene Fortentwicklung des Subgenres „Multikultikomödie“. (nach Joachim Kurz)

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